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Und wenn du bis zur Stirn in fies stinkender Kuhscheisse stehst, wirst du dich wundern,...

...wessen Hände dich dort wieder raus ziehen.

Der beste Freund, die beste Freundin. Die, mit denen du in der Schule am meisten zu tun hast, natürlich. Denkste. Du wischst dir die Scheisse von den Augen und siehst, wie deine Retter dir mit Tüchern und Lappen und den bloßen Händen das stinkende Unglück vom Leib spachteln, in das dich eben genannte Personen unsanft befördert haben.

Da steht keine beste Freundin, kein bester Freund. Da steht tatsächlich das kleine, süße Mädchen aus deiner Klasse, mit der du nie viel zu tun hattest und die du trotzdem immer still und heimlich bewundert hast. Genau dieses Mädchen, von der du dachtest, du wärst ihr egal, zeigt dir jetzt, wie wichtig du ihr wirklich bist.

Du drehst dich um und traust deinen Augen kaum. Hinter dir steht der beste Freund deines Freundes. Mit einem Lappen und einem Eimer Wasser bewaffnet macht auch er sich an die Arbeit und wischt dir die Scheisse vom Rücken, bevor sie trocknet. Er lächelt dich an und irgendwie musst auch du lächeln und vergisst für einen kurzen Moment den bestialischen Kuhscheissegeruch.


„Komm, ich wasch dir die Haare.“, hörst du von etwas weiter weg. Du drehst dich nach linkst und siehst noch einen Freund deines Freundes auf dich zu kommen. In der rechten Hand hält er einen großen, grünen Eimer mit Wasser und in der Linken eine Flasche Shampoo. Gemocht hat er dich nie und trotzdem wäscht er dir jetzt den Kopf.

Es dauert einige Zeit, bis du ansatzweise sauber bist und nicht mehr stinkst. Als ihr fast fertig mit spachteln, schrubben und bürsten seid, siehst du wie aus der Ferne Leute auf euch zu rennen. Beschmeissen dich mit der ekelig stinkenden, braunen Brühe, die du gerade erst los geworden bist. Du fängst an zu weinen, willst nicht, dass die ganze Arbeit umsonst war. Willst nicht wieder bis zur Stirn drin stehen.

Von rechts hörst du laute Schreie, siehst das Mädchen, mit dem du dich in der Schule am besten verstehst. Sie schlägt die Angreifer in die Flucht, ehe sie es schaffen, großen Schaden anzurichten. Im Schlepptau hat sie ihren besten Freund. Auch er mochte dich nicht und auch er ist jetzt, im Gegensatz zu deinen „besten Freunden“ für dich da und kratzt dir die Scheisse vom Arm.

Du schaust dich suchend um, bist enttäuscht, dass du deinen Freund nirgends findest. Warum hilft er dir nicht, dich von dieser verdammten Kuhscheisse zu befreien? Tief verletzt und fragend schaust du die anderen an. Sie zucken mit den Schultern, wissen genau so wenig wo dein Herzblatt steckt. Neben dir auf dem Boden hörst du erst jetzt ein leises Schluchzen. Du nimmst den Eimer Wasser, der vor dir steht und schüttest ihn über der riesigen braunen Pfütze aus.

„Ich wollte dir helfen.“, sagt dein Schatz in einer riesigen Pfütze dünnflüssiger Kuhscheisse liegend. Er wollte dir helfen und nun liegt er selbst im stinkenden Unglück. Du nimmst seine Hand und hilfst ihm auf die Beine. Flüsterst ein leises „Danke“, küsst ihn auf die Wange und holst den Wasserschlauch.
1.9.11 18:56
 


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